Therapieraum 1
Therapieraum 1

Gestalttherapie ist ein therapeutischer Ansatz, der auf Gespräch und Begegnung basiert.
Ziel ist es, den Kontakt des Menschen zu sich selbst und zu seiner Umwelt zu fördern.
Es geht eher um ein „inneres“ Wachstum als um „Therapie“ im herkömmlichen Sinne.

Gestalttherapie richtet sich an alle, die etwas für sich tun wollen, die in ihrem Leben etwas ändern wollen, die an „ihren Themen“ arbeiten wollen.

Im Mittelpunkt steht die Wahrnehmung und zugleich die Entwicklung und Verfeinerung der Wahrnehmung (Gewahrsein) aller jetzt gerade vorhandenen und zugänglichen Gefühle, Empfindungen und Verhaltensweisen.
Veränderung geschieht tatsächlich weniger durch das, was sein soll, als vielmehr dadurch, dass wohlwollend angeschaut und angenommen wird, was tatsächlich ist. Und wenn es etwas sein sollte, was mich etwa heute sehr an mir „stört“, so mag es doch etwas sein, was mich vormals geschützt und/oder gestützt hat.
Gestalttherapeuten/Gestalttherapeutinnen werden zunächst die erlernten Mechanismen wertschätzen, d.h. den Klienten/die Klientin dazu einladen, die Mechanismen wertschätzend anzuschauen, die über einen meist langen Zeitraum z.B. etwa vor Schmerz oder Trauer „bewahrt“ haben.

Therapieraum 2
Therapieraum 2

Es kann dann angeschaut werden, inwiefern diese „Mechanismen“ den Kontakt mit der Außenwelt unterbrechen oder beeinträchtigen. Die Art und Weise, wie jemand den Kontakt zu sich selbst und zu seiner Umwelt in konkreten Situationen unterbricht oder vermeidet, kann Aufschluss geben, welche neuen Einsichten und Verhaltensmöglichkeiten in den Blick kommen.

Ebenso wird auf den Körperausdruck geachtet, der dem/der Betreffenden meist nicht bewusst ist, z.B. angespannte Körperhaltung oder flache Atmung. Oft sind es Anzeichen wie Angst, Ärger, Sorge, Rückzug, übertriebene Freundlichkeit, Lächeln usw., die nicht gleich für eine „Krankheit“ stehen, sondern ihre Geschichte haben, eine Geschichte, wie einem Problem auf die Art begegnet werden konnte.

Es geht nicht um die Suche nach einer Patentlösung!

Wie in einem geschützten Raum werden die eigenen „Selbsterforschungsprozesse“ des Klienten/der Klientin gestützt. Die Selbstheilungskräfte des Individuums mögen bewusst gemacht und auch genutzt werden.


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